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Hélène de Beauvoir in Portugal: Besuch der Universität von Aveiro

Sabine Schwenn am 9. Oktober 2018

Jahre des Exils in Portugal

In den Jahren 1940 bis 1945 lebte Hélène de Beauvoir in Portugal. Ursprünglich war die Reise von Hélène de Beauvoir nach Portugal als kurzer Besuch des ehemaligen Sartre-Schülers Lionel de Roulet geplant, der sich in Faro im Hause seiner Mutter von seiner Tuberkulose-Erkrankung erholte. Zehn Tage nach ihrer Ankunft in Faro besetzte die deutsche Wehrmacht Paris und einen Monat später ganz Frankreich.

Hélène de Beauvoir lebte zunächst in Faro, später in Lissabon, wo sie 1942 Lionel de Roulet heiratete. Ihre Zeit in Portugal bezeichnete Hélène de Beauvoir als Exil, „abgeschnitten von meinem Land, meiner Familie, meinen Freunden“ (in: Souvenirs, Hélène de Beauvoir, Seite 158).

Südländische Landschaften

In dieser Zeit malte und zeichnete Hélène die Beauvoir häufig Arbeiter und Arbeiterinnen bei der Feldarbeit, in den Salinen und in den Häfen. Auch entstand eine Vielzahl von Gemälden (und Skizzen) der portugiesischen Landschaften und Orten, die durch eine warme und natürliche Farbgebung mit figurativen Darstellungen geprägt sind. Daneben entstanden zahlreiche Porträts, darunter ein Selbstporträt.

Großzügige Schenkung an die Universität Aveiro

Im Juni 1995 schenkte Hélène de Beauvoir viele Gemälde, Aquarelle und Skizzen, die in ihrem „Exil“ entstanden sind, aber auch einige „neuere“ Werke der Universität von Aveiro. Dort werden sie in der Bibliothek aufbewahrt, einige Gemälde sind im Stockwerk des Rektorats zu sehen.

Bei meinem Besuch Ende August 2018 entstand ein netter Kontakt mit Frau Margarida Isabel Almeida (im Bild links) von der Bibliothek. Das Werk im Hintergrund trägt den Titel „Le sel brûle“ („Das Salz brennt“) und entstand 1944 in Lissabon.

Virtuelles Museum der Universität Aveiro

Ein Großteil der Werke der Schenkung sind im virtuellen Museum der Universität, das im Aufbau ist, verfügbar.

Text: Sabine Schwenn
Foto: Ulrich Schwenn